Formel Renault Testtage in Hockenheim

Zwei Tage konnte ich den neuen Formel Renault 2.0 testen und ich war absolut fasziniert von dem Auto! Die Freude und Faszination, ein solches Rennauto zu fahren, ist wirklich kaum zu beschreiben! Dabei verlief der Test ziemlich gut, was auch im Bericht auf Italiaracing.net (eine der meistbesuchten Motorsport-Websites) erwähnt wurde:

http://italiaracing.net/translatenews.asp?id=29560&cat=12&lang=en

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Daltec Racing Team Champion 2010!

Auch die Leistung der Teams stand bei der Preisverteilung der Formel Lista Junior im Vordergrund. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals beim gesamten Team und insbesondere bei Teamchef Daniel von Grünigen für die super Leistung in dieser Saison bedanken!

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Sieg beim letzten Rennen in Monza - Vize-Meister 2010

Nach einem durchzogenen Wochenende in Monza konnte ich beim letzten Rennen der Saison einen weiteren Sieg einfahren! Durch den unglücklichen Verlauf im ersten Rennen (4.Rang) habe ich die Meisterschaft schlussendlich auf dem zweiten Gesamtrang beendet. Auch wenn ich etwas enttäuscht war, den Titel knapp verpasst zu haben, kann ich auf eine positive Saison zurückblicken. Zusätzlich zum Vize-Titel habe ich die Saison nämlich als bester Rookie abgeschlossen, auch wenn ich aufgrund meines Jahrgangs nicht offiziell in die Rookie-Wertung miteinbezogen wurde.

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LO Formel Lista, Magny-Cours (F), Rennen 9 und 10

5.-8. August 2010

Nach einem Monat Pause war es endlich wieder so weit: In Magny-Cours fand das fünfte Rennwochenende dieser Saison statt. Leider gab es für unser Team keine Möglichkeit, in der langen Sommerpause zu testen, was sicherlich nicht ganz optimal war.

Trotzdem lief es in den freien Trainings auf Anhieb recht gut und ich konnte mich Zehntel für Zehntel an die Trainings-Bestzeiten herankämpfen. Ich feilte an den Details meines Fahrstils, während das Team am Setup des Autos arbeitete. Da es am Donnerstag relativ viel Verkehr hatte, konnte man allerdings noch nicht sehen, wo wir wirklich standen. Am Freitag waren die Bedingungen dann besser und es zeigte sich, dass die meisten Fahrer sehr nahe beieinander waren. Die Trainings-Bestzeiten wechselten zwischen mir und meinem Hauptkonkurrenten in der Meisterschaft, so dass es am Ende ziemlich ausgeglichen war.

  

Im Qualifying am Samstagmorgen habe ich alles gegeben, um die Pole Position zu holen. Allerdings wurde ich mit 1:45.731 um zwei Hundertstel geschlagen, was mich natürlich etwas ärgerte. Das ganze Feld war nahe zusammen und es war allen klar, dass es ein hartes Rennen werden würde.

Das erste Rennen wurde in der Hitze des frühen Nachmittags gestartet. Der Start war schwierig, da es sehr viel Grip hatte, aber ich konnte meinen zweiten Platz behalten. Langsam saugte ich mich im Windschatten an den Führenden und startete meinen ersten Überholversuch auf die Haarnadel zu. Ich fand jedoch keinen Weg an Ihm vorbei und gleichzeitig kam auch der Drittplatzierte wieder ins Spiel. Dieser konnte mich durch seinen aggressiven Fahrstil einige Runden unter Druck setzen, bis dann seine Reifen allmählich überhitzten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Erste jedoch bereits einige Meter Vorsprung. Da wir ungefähr gleich schnell waren, konnte ich die Lücke nicht zufahren.

Bis kurz nach der Hälfte der Distanz, als zwei Piloten verheerend kollidierten und das Safety-Car herauskommen musste. Ich konnte die Lücke wieder zufahren und nutzte den Restart optimal, so dass ich mit mehr Speed auf die Gerade kam. Da sich die erste Kurve zum Überholen nicht gerade gut eignet, versuchte ich es nochmals in der Haarnadel-Kurve. Ich hatte jedoch zu wenig Topspeed, so dass ein Ausbremsmanöver zu riskant gewesen wäre. In den verbleibenden Runden konnte ich den Führenden zwar mächtig unter Druck setzten, fand aber keinen Weg an ihm vorbei. Bei der Zieleinfahrt musste ich mich deshalb mit zwei Zehntel Rückstand geschlagen geben.




Im zweiten Qualifying am Sonntag waren alle nochmals näher zusammen, als am Tag zuvor. Diesmal holte ich mir mit 1:46.021 die Pole-Position, mit nur einem Tausendstel Vorsprung auf den Zweiten! So sehr ich mich auch freute, wusste ich, dass die Anfangsphase des Rennens diesmal besser verlaufen musste.

Vor dem Start zum zweiten Rennen absolvierte ich zwei Informations-Runden, um ganz sicher zu gehen, dass die Reifen die richtige Temperatur haben. Der Start verlief sehr gut und ich führte das Feld in die erste Kurve, bereits mit einem kleinen Vorsprung. Ich dachte an die besprochene Taktik und versuchte, gleich von Anfang an den Rennspeed zu fahren. Das ging aber schon in der zweiten Kurve nicht auf: Das Heck brach kurz aus und ich rutschte von der Ideallinie, mit zwei Rädern neben die Strecke. Ich verlor natürlich Geschwindigkeit und damit gleich einige Positionen. Auf der langen Gerade konnte ich zudem nirgendwo einfädeln, da die langsam vorbeiziehenden Autos wie an einer Perlenschnur angefahren kamen. Ich ärgerte mich unendlich über diesen Fehler, denn dieser Sieg wäre sehr wichtig gewesen.

Zwar holte ich innerhalb von wenigen Runden und mit viel Risiko fünf Positionen zurück, blieb aber dann hinter einem meiner Teamkollegen auf der vierten Position stecken. Ich war nicht einverstanden mit gewissen Manövern, da ich klar schneller war und da es nicht nur meine Aufgabe sein sollte, teaminterne Unfälle zu verhindern. Aber das ist alles bereits ausbesprochen und ich möchte keine grosse Sache daraus machen. Ausserdem war es ja meine Schuld, dass ich überhaupt dort gelandet bin. Jedenfalls beendete ich das Rennen auf dem 4. Rang, was natürlich nicht zufriedenstellend war.

Auf der anderen Seite darf man auch sagen, dass unser Hauptkonkurrent einen kleinen Vorteil durch Tests in der Sommerpause hatte, was es extra schwierig machte, ihn zu schlagen. Schlussendlich liess ich mich völlig unnötig in einen Fehler treiben, ich bin mir nämlich sicher, dass der Speed für einen Sieg gereicht hätte.

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Einen Grund, sich geschlagen zu fühlen, gibt es jedoch nicht; es ist immer noch alles offen! Der Gewinner der Meisterschaft wird am Ende des letzten Rennes feststehen. Und bis dahin kann noch viel passieren, wie wir alle wissen…

Weitere Berichte finden Sie unter http://formellistajunior.smk-net.de/website/news/20100807-loformellistajuniorrennen9magny-coursfrankreich782010.185.html und http://formellistajunior.smk-net.de/website/news/20100808loformellistajuniorrennen10magny-coursfrankreich882010.186.html


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Podium Race 2

LO Formel Lista Hockenheim, Rennen 7 und 8

18.-20.6.2010

Mit dem Ziel, die Meisterschaftsführung auszubauen und mein nächstes Rennen zu gewinnen, reiste ich am Donnerstag nach Hockenheim. Das Wetter war wechselhaft und laut Wetterbericht sollte es auch so bleiben.Das gesamte Rennwochenende fand jedoch bei trockenen Bedingungen statt.

Bei den Freitagstrainings hatten wir in den ersten zwei Test Sessions Probleme, dass verkorkste Setup von Most wieder hinzukriegen und ich kämpfte mit Untersteuern. Trotzdem waren die Zeiten schon ziemlich gut.Für die dritte Session fanden wir dann zurück zum bewährten Setup und ich fuhr sofort die Bestzeit. Nach einem kurzen Boxenstopp fuhr ich nochmals raus und doppelte nach: eine Sekunde schneller als der Zweitschnellste! Und das mit abgefahrenen Reifen. Leider hielt die Freude nicht lange, denn kurz vor Ende der Session brach mir das Heck in der Kurve auf Start/Ziel aus. Dies geschah so unerwartet, dass ich das Auto nicht mehr auffangen konnte und in die Reifenstapel knallte. Ich ärgerte mich, denn ich wusste, dass dies ein teurer Schaden sein würde. Es war der erste selbstverschuldete Abflug in diesem Jahr. Dieser sorgte jedoch gleich dafür, dass ich das letzte Training auslassen musste. Das Team hat von 15:00 Uhr bis um 01:00 Uhr in der Nacht gearbeitet und schaffte es, mir aufs Qualifying ein wieder einwandfreies und gleich abgestimmtes Auto bereitzustellen. An dieser Stelle möchte ich mich nocheinmal bei allen Mechanikern bedanken!

Fürs erste Qualifying hatte ich schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl, denn ich konnte die letzte Trainings-Session mit dem neuen Reifensatz nicht fahren. Dazu kam, dass ich ohne „Probefahrt“ mit dem reparierten Auto ins Zeittraining starten würde. Gleich in den ersten Runden fühlte ich aber, dass sich alles gleich anfühlte, wie am Tag zuvor und unser Speed war immer noch top. Daher konnte ich mich gleich doppelt über die Pole-Position freuen! Einerseits, weil ich mir vorgenommen habe, an meiner Quali-Performance zu arbeiten und andererseits natürlich, weil es für alle Beteiligten eine Erleichterung war nach dem ganzen Stress.

Pole Prestart

Der Start zum ersten Rennen verlief gut und ich konnte meine Position bis zur ersten Kurve halten. Auf die zweite Kurve hin fuhr der Zweitplatzierte aus dem Windschatten heraus neben mich, allerdings auf der Aussenseite. Da man in der zweiten Kurve manchmal auch aussenrum überholen kann, kam es zu einem Bremsduell. Im Nachinein betrachtet wäre es ohne Zweifel besser gewesen, den einen Platz abzugeben, etwas früher zu bremsen und mit Schwung auf der nächsten Geraden zu kontern oder später noch einmal zu attackieren. In den entscheidenden Zehntelssekunden aber lies mein Ego dies wohl nicht zu und so rutschten wir - beide etwas zu spät auf der Bremse – von der Ideallinie und mussten einige Meter mehr zurücklegen als die weiteren Verfolger. Der andere Fahrer entschied sich, quer über die Auslaufzone zu fahren (was eigentlich als Abkürzen gelten würde), wobei ich zurück auf die Rennstrecke steuerte und damit den Schwung verlor. Somit konnte ein weiterer Konkurrent auf der langen Gerade vorbeiziehen.

Auf die Spitzkehre (Kurve 3) zu kam das gesamte Fahrerfeld dicht aufeinander angefahren. Das konnte nicht gut kommen! Und prompt wurde ich – dummerweise noch von einem Teamkollegen – getroffen und umgedreht. Wir blieben beide einen moment lang ineinander verkeilt stehen. Beim wegfahren habe ich mir dann noch einen schleichenden Plattfuss eingefangen, wahrscheindlich von den herumliegenden Verschalungsteilen.So wurde auch meine Aufholjagt nicht belohnt. Als ich bereits wieder an siebter oder sechster Stelle lag, ging der Reifen ganz kaputt und ich musste an die Box fahren. Ich holte einen neuen Reifen, um wenigstens noch die zwei Punkte für die schnellste Runde zu kriegen. Mit mehr als einer Sekunde Differenz zum Zweitschnellsten gelang mir dies eindeutig, wobei ich mich nicht gross darüber freuen konnte, da ich diese Runde lieber in Führung liegend gefahren wäre.

Crash Race 1


Nach dem ersten Renntag lag ich nun mit einem Punkt rückstand auf dem zweiten Gesamtrang. Ich musste also beim zweiten Qualifying die Pole Position herausfahren, damit ich fürs Rennen wieder vorne liegen würde. Dies gelang mir auch erneut und ich war guten Mutes für das zweite Rennen. Auch der Protest eines anderen Teams und das Streichen der schnellsten Runden im Quali änderten für einmal nichts an meiner Ausgangslage, ausser dass mein Hauptkonkurrent nun direkt neben mir starten würde.

Letzterer, der bis jetzt eigentlich nicht sehr stark war beim Starten, nutzte diesmal meinen nicht gelungenen Start ins zweite Rennen aus und überholte mich noch vor der ersten Kurve. Auch der von Platz drei gestartete Fahrer konnte mich bei der Beschleunigung überholen. Trotz des verkorksten Starts blieb ich diesmal aber ruhig, denn ich wusste, dass ich den Speed hatte, trotzdem zu gewinnen. Nun ja... Irgendwie hatte ich diesmal überhaupt kein Gefühl für das Bremspedal, was das Ganze sehr schwierig machte. Der Grund dafür war, wie ich nach dem Rennen erfuhr, dass man mir die vorderen Bremsscheiben und Bremsbeläge (von einem anderen Auto) ausgetauscht hatte. Normalerweise sollte das kein Problem sein, aber irgendwie hat das ganze wohl nicht so hingehauen.

Auf jeden Fall hatte ich am Anfang sogar Mühe, den ersten zwei Fahrern zu folgen. Gegen Mitte Rennen war ich dann aber trotzdem wieder der Schnellste, konnte dies aber nicht ausnutzen, da die ersten zwei bereits um die Führung kämpften und mich auch jedes Mal geschickt blockten, wenn ich versuchte anzugreiffen. Erst gegen Ende beruhigte sich die Situation etwas, leider nicht zu meinen Gunsten. Mein Hauptkonkurrent konnte sich in Führung liegend etwas absetzen und ich versuchte immer noch den Zweitplatzierten zu überholen. Als mir das mit einem harten Ausbremsmanöver endlich gelang, war der Erste schon zu weit weg und ich musste mich mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Obwohl der zweite Platz eigentlich nicht schlecht war, habe ich mich sehr geärgert, sowohl über den verpatzten Start als auch über das Bremsproblem und den ganzen Rennverlauf.

Race 2 Handshake

Der Erste hat verdient gewonnen und ist ein starkes Rennen gefahren, diesmal hab ich selbst die gute Ausgangsituation nicht umsetzten können. Das mit dem Starten muss ich einfach besser in den Griff bekommen, im Moment „überdenke“ ich das Ganze wahrscheinlich und konzentriere mich zu wenig auf mein Gefühl fürs Auto beim Wegfahren. Wenn ich das in den Griff kriege, stehen die Karten immer noch gut für den Meisterschaftstitel. Ich liege nun 6 Punkte hinten, wobei noch vier Rennen zu fahren sind.Die nächsten zwei finden in Magny-Cours (F) statt, darauf freue ich mich schon, denn die Piste gefällt mir sehr.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch an Andreas Esswein für die tollen Bilder vom Rennen!

Wie immer gibt es auch einen Bericht auf der Formel Lista Junior Homepage: http://formellistajunior.smk-net.de/website/news/ . Die Onboard Videos von den Rennen werden in den nächsten Tagen ebenfalls online sein.

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Mitteilung

Die nächsten beiden Rennen der Formel Lista wurden auf den Juni vorverschoben. Anstatt am 3./4. Juli werden die Rennläufe 7 und 8 nun am 19./20. Juni im Rahmen des "Hockeneheim Goldpokals" ausgetragen.

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LO Formel Lista, Most (CZ), Rennen 5 und 6

21.-23.5.2010

Nach meinem Gaststart in der asiatischen Formel BMW in Malaysia, ging es direkt weiter nach Most (Tschechien), wo die nächsten zwei Rennen der Formel Lista stattfanden. Bei den ersten Testfahrten am Donnerstag war die Piste teilweise noch nass, die rutschigen Bedingungen lagen mir aber wie immer sehr gut und ich fuhr die schnellste Zeit am Morgen. Die Piste gefiel mir gleich von Anfang an und ich hatte ein gutes Gefühl. Auch am Nachmittag auf trockener Piste war ich mit abgefahrenen Reifen nur einige Zehntelsekunden hinter der Bestzeit, die mit neuen Reifen gefahren wurde.

Am Freitag sah es ebenfalls vielversprechend aus, ausser dass das Auto mit neuen Reifen stärker untersteuerte, als mit gebrauchten Reifen. Also fingen wir an, am Setup zu arbeiten. Wir experimentierten mit verschiedenen Einstellungen, doch keine war so richtig gut. Im letzten Training holte ich dann aber nochmals alles aus dem Auto heraus und fuhr ganz knapp die Tagesbestzeit.

Über die Nacht auf den Samstag versuchten wir das Setup nochmals zu optimieren, allerdings fühlte es sich auch im ersten Quali immer noch nicht so gut an. Trotzdem reichte es für den vielversprechenden zweiten Startplatz fürs erste Rennen, mit zwei eineinhalb Zehntel Rückstand auf den Ersten.

Beim Start zum ersten Rennen hatte ich nicht so einen guten Start, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass die Ampel nur etwa 0.3 Sekunden auf Rot blieb. Ich verlor deshalb bei der Beschleunigung einen Rang und ich versuchte mich als Dritter einzureihen. Dies gelang mir zwar, doch unglücklicherweise schätze derjenige vor mir den Bremspunkt auf die erste Kurve zu etwas anders ein als ich – und ich knallte ihm voll ins Heck. Einen Moment lang sah ich nur Himmel, dann landete ich auf dem Boden und sah nur meinen Frontflügel wegfliegen… Ich ärgerte mich, doch ich hoffte, dass ich trotzdem noch weiterfahren und einen guten Platz retten könnte, so wie in Hockenheim. Doch es stellte sich schnell heraus, dass es ohne Frontflügel ganz anders zu fahren ist als mit angebrochenem Flügel. In den vielen Highspeed-Kurven lenkte das Auto so gut wie gar nicht mehr ein und auch beim Bremsen hatte ich Probleme. Trotz den 4 Sekunden, die ich so pro Runde verlor, fuhr ich das Rennen zu Ende und holte mit dem neunten Rang zumindest zwei Meisterschaftspunkte. Mein Hauptkonkurrent wurde zum Glück nur vierter, übernahm aber trotzdem vorübergehend die Meisterschaftsführung. Man konnte mir die Enttäuschung aus dem Gesicht lesen. Aber ausser dem Wunsch, ein weiteres Rennen zu gewinnen, war noch nichts verloren. Neues Rennen, neues Glück!



Im Qualifying am Sonntag fühlte sich das Auto ziemlich gut an, obwohl wir vom ersten Rennen aufgrund des beschädigten Autos keine Referenzwerte hatten. Jedoch schien auch die Konkurrenz etwas gefunden zu haben, und so entging mir die Pole-Position erneut um etwas mehr als einen Zehntel. Schade, denn ich hätte die zwei Punkte gut gebrauchen können, die es für den ersten Startplatz gibt.

Jedenfalls wusste ich fürs zweite Rennen, dass ich beim Start besser gefasst sein muss und dass ich in der ersten Kurve etwas vorsichtiger sein sollte. Der Start verlief ohne grosse Probleme und ich reihte mich nach der ersten Kurve als zweiter ein. Nun wollte ich unbedingt mein nächstes Rennen gewinnen und mir die Meisterschaftsführung zurückholen. Ich hoffte, dass die letzte Setupänderung, die wir am nach dem Qualifying noch vorgenommen haben, mir dazu verhelfen würde. Jedoch ging das Ganze zuerst in die andere Richtung... Ich verlor zwei Plätze in ersten 4 Runden, da ich plötzlich wieder extremes Untersteuern hatte und dadurch mit wenig Speed auf die Geraden kam. Ich sah schon den fünftplatzierten näherkommen, doch ich versuchte die Ruhe zu bewahren und mich dem Auto so gut wie möglich anzupassen. Ich änderte meinen Fahrstil von Runde zu Runde und wurde dadurch wieder etwas schneller. Die zwei Fahrer direkt vor mir fingen an um die Position zu streiten, wodurch ich etwas gebremst wurde. Der Erste konnte mittlerweile etwas wegfahren.

Gegen Mitte Rennen wendete sich das Blatt aber langsam: Der Erstplatzierte machte einen Fehler und drehte sich, wodurch er weit zurück fiel. Der eine Fahrer vor mir verlor plötzlich Kühlerwasser und fing an Fehler zu machen, wodurch ich ihn ende Gerade ausbremsen konnte – aussenrum, da er mich zuerst blocken wollte. Das muss spektakulär ausgesehen haben! Wieder zurück auf dem zweiten Rang konzentrierte ich mich auf denjenigen, der vor Kurzem die Führung übernommen hatte. Nur ganz langsam kam ich ihm näher, doch obwohl ich am Ende die schnellste Runde fuhr hatte ich keine Chance ihn zu überholen. Genau an den Stellen, wo man überholen kann, war er immer zu weit weg, da er jeweils mit mehr Speed aus den entscheidenden Kurven herauskam. Und an den Stellen, wo ich schneller war, wäre ein Überholmanöver zu riskant gewesen. So musste ich mich schlussendlich – obwohl ich schneller war - geschlagen geben. Ich hätte zwar unbedingt gewinnen wollen, aber diesmal lag halt einfach nicht mehr drin, deshalb bin ich auch zufrieden damit.



Die Punkte für den zweiten Platz und die schnellste Runde beförderten mich wieder an die Tabellenspitze, da mein Hauptkonkurrent als fünfter erneut nicht viele Punkte sammeln konnte. Nach dem Rennen bekam ich mit, dass dieser aus der Boxengasse starten musste, da er ein Problem mit seiner Kupplung hatte. Ich schätze das Glück, dass ich an diesem Tag hatte. Allerdings verstehe ich nicht ganz, wieso man mit einer defekten Kupplung das Tempolimit von 60 km/h in der Boxengasse um 18 km/h überschreiten darf, ohne dafür bestraft zu werden. Bei der Fahrerbesprechung war immerhin die Rede von einer Zeitstrafe. Aber wie dem auch sei, es nicht das erste Mal, dass ein Vergehen nicht gesehen wurde, und schlussendlich möchte ich ja auch auf der Rennstrecke gewinnen und nicht durch Fehlersuche bei Anderen.

Die nächsten beiden Rennen werden wieder in Hockenheim stattfinden, im Rahmen des „Hockenheim Goldpokals“. Ich hoffe, dass ich da wieder einmal ganz oben auf das Podest klettern kann. Nicht nur weil ein Sieg immer etwas Spezielles ist, sondern auch, weil man sich auf diese Weise am besten beim Team bedanken kann.

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Formula BMW Pacific, Gaststart in Rennen 3,4,5 und 6, Sepang (Malaysia)

13.-16.5.2010

Nach einem sehr kurzfristigen Entscheid, bei der zweiten Runde der asiatischen Formel BMW mitzufahren, stieg ich nach einem erneut kurzen Aufenthalt zu Hause in den Flieger nach Kuala Lumpur, Malaysia. Etwas komisch war mir scho, da alles so schnell ging und ich nun für 4 Rennen einfach mal quer über den Globus flog.

Der Auslöser für diesen Entscheid war, dass einer unser Ingenieuren vom Daltec Racing Team bei seinem eigenen Team in Asien (Atlantic Racing Team) ein freies Cockpit hatte und mir für die vier Rennen der zweiten Runde der Formel BMW Pacific ein gutes Angebot machen konnte.

Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Dass das Niveau in den offiziellen BMW Serien höher ist und mehr Geld dahinter steckt, war mir klar. Aber was es heisst, bei über 30 Grad und 95 % Luftfeuchtigkeit ein Rennauto zu fahren, erfuhr ich erst, als es kein Zurück mehr gab… der Ausgang vom Flughafen ist wie ein Tor zu einer anderen Welt, man hat das Gefühl, man läuft in einen Backofen.

Ohne gross geschlafen zu haben ging es nach dem 14-stündigen Flug direkt auf den Rennplatz, um einen Sitz zu schäumen und das Auto anzupassen. Am Nachmittag fuhr ich dann schon das erste Mal mit über 200 Sachen an den Palmen vorbei. Alles war komplett anders, als ich es gewohnt war. Die letzte Session musste ich dann auslassen, da mir das extreme Klima und die Müdigkeit dann doch etwas zu schaffen machten. Trotzdem konnte ich an diesem Tag schon einiges lernen und mich ein bisschen an die Piste gewöhnen.

Am Donnerstag kam ich schon viel besser mit den Bedingungen zurecht. Ich konnte den ganzen Tag testen und wurde kontinuierlich schneller. Da jedoch der Donnerstag und Freitag als offizielle BMW Testtage galten, waren die Reifen limitiert. Aus irgendeinem Grund durfte ich nur alte Reifen von meinem Teamkollegen verwenden. Da dieser auch nur gebrauchte Reifen benutzen durfte, musste ich mit der alten Slicks von 2009 fahren. Das war nicht gerade optimal. Trotzdem kam ich ziemlich nahe an die Zeiten meines Teamkollegen, der immerhin offizieller BMW Junior ist.

Am Freitag testeten dann wirklich alle Teams. Die einheimischen Teams hatten seit Anfang Jahr schon etliche Testtage absolviert und demonstrierten ihren Vorsprung auch gleich. Auch die Eurointernational-Piloten, die sowohl die Formel BMW Europa als auch die asiatische Meisterschaft fahren, fuhren ähnlich schnelle Zeiten. Da fehlte uns schon noch einiges. Am Nachmittag gabs dann zum ersten Mal neue Reifen. Allerdings hatte ich aufgrund der ständig ändernden Bedingungen Mühe, diese optimal auszunutzen und kam nur ein wenig näher an die Topzeiten heran. Das beste Zwischenergebnis war einmal ein 13. Rang.

Das Zeitfahren fand am Samstagvormittag statt. Da wir am Morgen im Verhältnis immer etwas schneller waren als am Nachmittag, hoffte ich auf einen guten Startplatz. Daraus wurde leider nichts. Das Auto fühlte sich rutschig an, trotz neuen Reifen und sowohl mein Teamkollege als auch ich konnten keine guten Zeiten fahren. Ich landete auf dem entäuschenden 20. Rang und er auf Rang 17. Fürs zweite Rennen startete Jesse ebenfalls von 17 und ich von 18 (zweitschnellste Runde gewertet). Vielleicht hätten wir, wie die Konkurrenz, beide neuen Reifensätze anfahren sollen.




Nach einer kurzen Mittagspause gings los ins erste Rennen! Ich hatte einen guten Start und gewann gleich einige Positionen in den ersten Runden. Ich wusste, dass bei diesen Rennen besonders in den ersten Runden immer viel passiert, also hielt ich mich aus Gruppenkämpfen heraus – erfolgreich, wie sich zeigte. Ich konnte zwar die Pace der Spitze nicht ganz mithalten, beendete das Rennen aber auf dem zufriedenstellenden 9. Rang und kam bis zu 1,5 Sekunden an die Spitzenzeiten heran. Auf meinen Teamkollegen fehlten etwas weniger als zwei Zehntel.

Beim zweiten Rennen wollte ich den Start noch etwas besser machen, verkorkste ihn aber weil das Auto schon vor Erlöschen der Lichter zu rollen begann und ich nochmals vom Gas musste. Ich verlor einige Plätze bei der Beschleunigung, machte aber wieder einige gut in der ersten Runde. In den nachfolgenden Runden musste ich ungefähr viermal durchs Kiesbett, da ich den Unfällen direkt vor mir ausweichen musste und keine andere Wahl hatte. Ich hatte den Anschluss schon verloren und versuchte trotz schmutzigen Reifen wieder aufzuholen. Dabei kam ich nochmals von der Piste ab, diesmal selbstverschuldet. Irgendwann fand ich mich dann damit ab, dass es einfach nicht schneller ging. So „rutschte“ ich das Rennen auf dem 18. Rang noch zu Ende. Nach dem ersten Rennen hätte ich schon mehr erwartet und ich war sowohl mit meiner eigenen Leistung als auch mit dem Rennverlauf nicht zufrieden.

Fürs dritte Rennen am Sonntag sollte ich vom 8. Startplatz aus starten (Ergebnis Rennen 1), da ein Fahrer beim ersten Rennen noch disqualifiziert wurde. Zudem hatten wir den zweiten Satz der neuen Reifen montiert. Die Ausgangslage war also vielversprechend. Nicht vielversprechend war jedoch erneut der Start: wieder rollte das Auto schon bevor ich die Kupplung überhaupt am Schleifpunkt hatte und zugleich noch auf der Bremse war, ganz anders als bei dem Auto, dass ich in der Lista Meisterschaft fahre. Dabei klappte der Übungsstart in der Warm-Up Runde ganz gut. Jedenfalls verlor ich erneut zwei oder drei Positionen bis zur ersten Kurve. Danach konnte ich relativ gut mithalten. Ich versuchte während dem Rennen noch an meinem Speed zu arbeiten, da ich das mit meinem Ingenieur so abgesprochen hatte. Durchs Rennen hindurch zu „experimentieren“ war eine schwierige Aufgabe, doch ich war ja vor allem da, um zu lernen. Über die Distanz musste ich dann nochmals drei Fahrer passieren lassen. Diese waren einfach schneller und ich konnte mich auch nicht gross wehren. In den letzten Runden verteidigte ich meine Position und beendete das Rennen auf dem 14. Rang. Ich nervte mich aber, dass ich am Start wieder einiges verschenkt hatte und somit an einem weiteren guten Resultat vorbeigeschrammt bin.

Im vierten Rennen startete ich wieder von hinten – vom 18. Startplatz (Ergebnis Rennen 2). Diesmal kam ich leider nicht weit. Nach 5 Runden war es schon zu Ende. Zwar hätte der Rennverlauf am Anfang etwas besser sein können, doch das Auto fühlte sich diesmal richtig schnell an. Ich war schneller, als die Gruppe vor mir, musste aber einige Male vom Gas, da sich die Fahrer bereits untereinander überholten und sperrten. In der fünften Runde machte der Fahrer vor mir dann einen Fehler, den ich sofort ausnutze. Nur schien er damit nicht ganz einverstanden zu sein und als ich neben ihm anbremste, um ihn zu überholen, zog er einfach rein. Eine Kollision war nicht mehr zu verhindern und ich flog irgendwie seitlich über sein Auto. Über Funk meldete ich, dass ich an die Box zurückfahre, um das Auto überprüfen zu lassen. Ich musste dann aber aufgeben, weil die Radaufhängung verbogen war und sonst noch einiges kaputt war. Schade! So wollte ich mein Malaysia-Erlebnis nicht beenden. Und der Speed diesmal war wirklich vielversprechend.




Trotz den nicht ganz zufriedenstellenden Resultaten hat es sich gelohnt, diese Rennen zu fahren. Ich habe sehr viel gelernt und durfte mal erleben, was es heisst in einem hochkarätigen Feld mit 25 Autos zu starten. Da geht schon richtig die Post ab.Ich würde mich schon freuen, ein weiteres Rennen dieser Meisterschaft zu fahren. Besonders, weil ich denke, dass ich bei einem nächsten Mal schon viel besser abschneiden würde. Leider liegt ein weiteres Rennen dieser Art momentan nicht in unserem Budget, so konzentriere ich mich jetzt wieder voll auf die Formel Lista Saison.

Da gehe ich jetzt nämlich auch direkt hin – die nächsten Rennen finden schon nächstes Wochenende in Most (CZ) statt. Bis dahin muss ich dann das Jet Lag irgendwie noch ausschlafen.

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LO Formel Lista Nürburgring, Rennen 3 und 4

30.4.-2.5.2010

Ich fühlte mich schon nicht ganz so bereit wie in Hockenheim, als ich am Nürburgring ankam um die nächsten zwei Rennen der Meisterschaft zu bestreiten. Der Grund dafür war, dass ich im Gegensatz zu meinen Hauptkonkurrenten noch nie auf dieser Strecke gefahren bin. Ausserdem hiess es im Wetterbericht, dass es am Samstag und Sonntag, also genau aufs Rennen, regnen würde. Am meisten Sorgen machte mir aber, dass wir an diesem Wochenende mit den Formel Renaults und den Formel Glorias zusammen in einem Feld fahren mussten. Aufgrund der Geschwindigkeitsunterschiede war das Chaos vorprogrammiert.

In den zwei kurzen Trainings am Donnerstag konnte ich die Strecke etwas kennenlernen, allerdings ohne Ganganzeige, da der Sensor beim Wechseln der Getriebeübersetztung kaputt gegangen sein muss. Ich merkte aber bald, dass mir der flüssige Streckenverlauf mit den vielen schnellen sowie auch technischen Kurven und Schikanen sehr gut gefiel. Am Freitag gab es nochmals zwei Trainings, in denen ich versuchte so nah wie möglich an die Bestzeiten heranzukommen. Die etwas routinierteren Fahrer brannten auch schon Zeiten in den Aspahlt, welche die Pole-Position des letzten Jahres bereits unterboten. Die Datenanalyse hat mich nach jedem Training ein Stück näher an die Bestzeiten gebracht und so war ich zuversichtlich für das Zeittraining am nächsten Morgen.

Das erste Qualifying, das bei trockenen Wetterverhältnisen stattfand, lief nicht wie gewünscht. Ich hatte aufgrund des gemischten Starterfeldes kaum eine freie Runde und auch der strategische Boxenstopp lief überhaupt nicht nach Plan. So hatte ich viel wertvolle Zeit verloren und schaffte es nicht mehr, eine perfekte Runde hinzulegen. Der sechste Startplatz entäuschte mich etwas, besonders weil meine Hauptkonkurrenten in der Meisterschaft auf Platz eins und zwei standen. Doch nach dem Zeitfahren ist bekanntlich noch nichts verloren...

Die Formel Renaults und Glorias starteten mit 20 Sekunden Vorsprung, damit das Feld fürs Rennen ein bisschen auseinander war. Ich erwischte einen guten Start und konnte mich gleich in der ersten Kurve auf den vierten Rang verbessern. Ich hängte mich sofort an den Dritten und versuchte ihm zu folgen. Ich merkte bald, dass ich schneller war und nach einigen Runden konnte ich ihn ebenfalls überholen. Nun hatte er aber meinen Windschatten und der Zweitpaltzierte hatte sich bereits etwas abgesetzt, zusammen mit dem Ersten. Ich versuchte trotzdem mich nach vorne zu orientieren und die Lücke zuzufahren. Es war noch nicht einmal die Hälfte der Renndistanz um, also war noch nichts entschieden. Meter für Meter kam ich dem Zweiten jede Runde etwas näher. Ich wurde immer schneller und der Zweitplatzierte schien hingegen kontinuierlich langsamer zu werden.

Als ich zum ersten Mal gross in seinen Rückspiegeln erschien, ging das Rennen noch 4 Runden. Zwei Runden lang blockte er mich gekonnt und ich fand keinen Weg an ihm vorbei. In der zweitletzten Runde aber hatte ich soviel Überschuss aus den Kurven heraus, dass es einfach klappen musste. Doch was passierte? Die schnelleren Formel Renaults kamen von hinten an und waren bereits dabei, uns zu überrunden. Bei den ersten drei hatte ich trotz des Vorbeilassens nur wenige Meter auf meinen Konkurrenten verloren, die ich sogleich wieder zufahren konnte. Doch in der letzten Runde kam dann der viertplatzierte Renault-Fahrer dazwischen und sorgte für ein richtiges Durcheinander. Zuerst überholte er mich, dann bremste er mich ab (da die Renaults trotz mehr Motorenleistung weniger Kurvengeschwindigkeit haben) und ich verlor sofort den Anschluss. In der nächsten Kurve war er aber schon am vor mir platzierten Formel BMW-Fahrer dran und überholte diesen mit einem mehr als riskanten Manöver in einer schnellen Linkskurve. Beinahe hätte er sich und meinen Konkurrenten weggeräumt, doch es ging gerade noch gut. Nun war ich wieder einigermassen dran, jedoch nicht mehr nahe genug um anzugreiffen. Ich versuchte es trotzdem noch auf die letzte Schikane zu, doch wieder gab es keinen Weg vorbei und ich musst mich mit dem dritten Rang zufrieden geben.



Als ich am zweiten Renntag um 6:00 zum Fenster des Campers hinausschaute, wusste ich bereits, dass dies ein schwieriges Rennen werden würde. Es Regnete bereits in Strömen. Dabei lief es doch im ersten Rennen so gut im Trockenen! Nichtsdestotrotz bereitete ich mich auf mein erstes Regenquali vor. Wo fährt man hier eigentlich durch wenns regnet? Eine kurze Theorielektion gab zumindest einige Anhaltspunkte.

Lange lag ich im zweiten Qualifying auf dem zweiten Rang, doch der Boxenstopp in der Hälfte des Zeittrainings warf mich zurück. Danach konnte ich mich in den verbleibenden Runden trotz Setupänderung nicht mehr viel verbessern. Ich hätte wohl besser durchfahren sollen, die zusätzlichen Runden hätten mir mehr gebracht als eine Setupoptimierung. Erneut enttäsucht startete ich diesmal vom fünften Platz aus ins zweite Rennen. Teamkollege und Routinier Von Grünigen, der dieses Jahr auch in der Formel BMW Europe starten wird, holte sich wie schon am Vortag die Pole-Position.

Die Zeittrainings fanden jeweils am Morgen früh und die Rennen am Abend um 17.00 statt. Das Wetter änderte an diesem Sonntag ständig. Zeitweise sah es wieder so aus, als gäbe es ein Trockenrennen, dann regnete es wieder in Strömen. Bis kurz vor dem Start wusste niemand, wie der Pistenzustand sein würde und welche Reifen man montieren sollte.

Schlussendlich ging es dann mit Regenreifen auf nasser, aber abtrocknender Fahrbahn ins zweite Rennen. Ich erwischte einen Bombenstart und schoss and allen Fahrern vorbei bis neben den Erstplatzierten, dieser hatte aber in Kurve 1 die bessere Linie und behielt die Führung. Jedoch nicht lange, denn in der ersten Runde ging er einmal gerade durchs Kies und bremste zu spät auf die Schikane zu. So war ich nach der ersten Runde schon in Führung! Allzu lange konnte ich die Führung jedoch nicht halten, in der dritten Runde war ich wohl etwas zu vorsichtig und verlor das Duell beim Anbremsen auf die erste Kurve. Gleich danach kam mein Teamkollege wieder von hinten angestürmt und holte sich auch gleich die Führung zurück, nachdem er mich zuerst überholte. Ich meinersteits hängte mich wieder an den Zweitplatzierten. Nach hinten war bereits nach fünf Runden niemand mehr zu sehen auf der langen Gerade. Ich war also in der gleichen Situation wie am Tag zuvor. Wieder wurde ich schneller und schneller, ich konnte immer mehr Druck machen. Die Piste trocknete ab, die Verhältnisse änderten jede Runde. Extreme Konzentration war gefragt, denn die trockenen Stellen auf der Fahrbahn trügten manchmal. Ausserdem litten die Regenreifen langsam aber sicher unter der abtrocknenden Fahrbahn, also fuhr ich so oft es ging über nasse Stellen auf den Geraden, um diese nicht zu überhitzen.

Um den vor mir liegenden Block-Künstler aber zu überholen ging es dann doch einige Zeit, bis ich ihn ende Gerade austricksen und in Kurve 2 aussenrum vorbeiziehen konnte. Dies war bereits in der letzten Runde. Einige Kurven danach machte er einen kleinen Fehler und ich hatte den zweiten Rang sozusagen im Sack. Sozusagen. Denn beinahe wäre es nochmals gefährlich geworden. Auf die drittletzte Kurve zukommend, rücke ich auf einen langsamer werdenden Formel Gloria auf. Dieser sieht mich nicht und ich muss abbremsen, wodurch mein Verfolger gleich wieder an meinem Heck klebte. Auf die Schikane zu setzte ich dann nochmals zum Überholen an, doch ich wurde immer noch nicht wahrgenommen und beinahe hätte es noch gekracht, als der Gloria-Pilot mich dann beim Anbremsen doch noch gesehen hatte. Einmal vorbeigezogen hatte nun der Drittplatzierte dasselbe Problem in der letzten Kurve, wodurch ich meinen zweiten Platz doch noch verdient nach Hause bringen konnte.



Nach erneuter Champagner-Dusche rechnte ich aus, dass ich die Meisterschaft nun immer noch anführe. 2 Punkte vor Lamotte und Teamkollege Von Grünigen. Beim nächsten Rennen in der Tschechei wird Von Grünigen leider nicht mehr mitfahren, da er sich auf die Euro Seire konzentrieren wird. Die anderen routinierten Fahrer sollten aber nicht mehr einen grossen Vorteil haben, da Most (CZ) zumindest im letzten Jahr nicht im Rennkalender war. Trotzdem wird es natürlich alles andere als einfach werden. Ich bin gespannt.

Weitere Berichte gibt es noch auf http://www.formellistajunior.com/ und http://www.daltecracing.com/

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LO Formel Lista (Formel BMW) Hockenheim, Rennen 1 und 2

16.-18.4.2010

Im Rahmenprogramm des berühmten Rennevents „Hockenheim Historic – in Mermory of Jim Clark“ fanden am Samstag und am Sonntag die ersten zwei Rennen der LO Formel Lista statt. Die beiden Zeittrainings wurden nicht wie üblich vor den jeweiligen Rennen, sondern schon am Freitag gefahren. Nach zwei unbrauchbaren Trainings am Donnerstagnachmittag mit 50 (!) Formel-Autos auf der Strecke - vom historischen Formel-1 Wagen bis hin zu topmodernen Champ-Cars, Formel BMW, Formel Renault und Formel 3 war alles auf der Strecke - gab es zum Glück noch ein separates 40-minütiges Training, bevor es dann am Freitagmorgen direkt mit dem ersten Qualifying los ging.

Mit dem 3. Rang in Q1 war ich nicht zufrieden. Zwar war die Ausgangslage immer noch gut, aber ich konnte die neuen Reifen in den Runden die mir zu verfügung standen nicht optimal ausnutzen, was mich etwas ärgerte. Das zweite Quali fand erst um 17.30 statt. Bis dahin fuhren alle anderen Kategorien ihre Zeittrainings, wodurch der Streckenzustand am Abend um einiges schlechter war, da viele Oldtimer eigenartige Reifenmischungen fuhren oder sogar Öl verloren. Entsprechend schwierig war es in Q2 eine vernünftige Zeit zu fahren. Doch scheinbar kam ich am besten mit den Verhältnissen zu Recht und sicherte mir meine erste Pole-Position! Das hatte ich nicht erwartet, da die Zeiten auf der rutschigen Strecke recht langsam waren und ich zu der Zeit nicht wusste, wie gut die Konkurrenz damit zu Recht kam. Umso grösser war natürlich die Freude über die Bestzeit!

Ohne ein Warm-Up ging es am Samstagnachmittag direkt ins erste Rennen. Besonders der Start machte mich etwas nervös, da ich wusste, dass ich der einzige Neuling in den vorderen Reihen war und noch nicht so vertraut war mit dem ganzen Start-Procedere. Ein dummer Fehler passierte mir gleich in der Aufwärmrunde: Mein Teamkollege vor mir beschleunigte vom Stand aus, aber bremste danach gleich wieder ab. Ich hatte ebenfalls beschleunigt, war aber nicht auf die Bremse gefasst und – Knack! Schon war der Frontflügel hin. Toll, das Rennen hatte noch nicht einmal begonnen und mein Auto war schon beschädigt!

Um die Front zu wechseln war die Zeit bis zum Start zu knapp, also ging ich mit einem herunterhangenden Flügel ins Rennen. Ich versuchte mich abzuregen und mich auf den Start zu konzentrieren. Dieser verlief nicht schlecht, ich verlor keine Position und konnte gleich in der zweiten Kurve am Pole-Mann vorbeiziehen. Mein Teamkollege übernahm die Führung.Obwohl die Flügel bei diesen Autos noch nicht so viel ausmachen, merkte ich den fehlenden Anpressdruck auf der Vorderachse – vor allem beim Bremsen. In den ersten zwei Runden blockierten die Vorderräder sehr Stark und ich musste die Bremsbalance nach hinten stellen, um die Reifen nicht zu ruinieren. Dadurch konnte ich natürlich nicht mehr so spät bremsen wie sonst, wodurch mir die Verfolger ständig im Nacken waren. Ich konnte nie so viele Meter herausfahren, dass der Windschatten abreissen würde und ich mich absetzten könnte. So kämpfte ich Runde für Runde und versuchte die Verfolger in Schach zu halten. In der Zeit konnte sich mein Teamkollege natürlich etwas absetzten. Auch die Strecke war wieder in einem sehr rutschigen Zustand, an vielen Stellen war Öl und Bindemittel auf der Strecke. Das wurde dem Führenden dann auch zum Verhängnis: in der fünften Runde pushte er schon wie gewöhnlich und kam von der Strecke. Da er schon viel Vorsprung hatte habe ich den relativ heftigen Einschlag gar nicht gesehen, ich wunderte mich also als ich auf meiner Boxentafel plötzlich „P1“ sah.Ich hatte alle Hände voll zu tun, das Auto auf der Strecke zu halten. Ich sah, dass der Zweitpaltzierte schneller war, aber da er einige kleine Fehler machte konnte ich die Position immer irgendwie halten.




In der zweitletzten Runde kam er gefährlich nahe (ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es eigentlich die letzte Runde war, da anscheinend etwas schief gelaufen war mit der Uhr am Streckenrand bei Start- und Ziel und die 25 Minuten Renndistanz noch nicht abgelaufen waren). Ich dachte, wenn ich in der zweitletzten Runde schon Kampflinie fahre, kommt der drittplatzierte auch wieder näher und dann könnte es gefährlich werden. Im Eifer des Gefechts hatte ich vergessen, dass ich die Bremsbalance nach hinten geschraubt hatte. Ich bremste wie gewöhnlich, was für diese Verhältnisse zu spät war. Ich versuchte das Auto noch irgendwie um die Kurve zu bringen, aber ich verlor das Heck und drehte mich in Kurve 2. Damit war der Traum vom ersten Sieg zu Ende – oder zumindest verschoben. Ich ärgerte mich ohne Ende! Zum Glück konnte ich aber gleich weiterfahren, wodurch ich gerade noch so knapp vor dem Dritten wieder einfedelte und wenigstens den zweiten Platz behalten konnte. Natürlich ärgerte ich mich noch mehr, als ich sah, dass das Rennen abgewunken wurde und dies die letzte Runde war. Wie unnötig!Trotz den Punkten und dem Podetplatz war ich alles andere als glücklich. Klar, der zweite Platz war immer noch gut, vor allem bei diesen Verhältnissen, aber schlussendlich habe ich den Sieg durch einen kleinen Fehler in der zweitletzten (bzw. letzten) Runde weggegeben.

Das zweite Rennen fand am Sonntagmorgen statt. Die Streckeverhältnisse waren dadurch nicht so schlimm wie am Vortag. Natürlich war ich wieder etwas nervös vor dem Start, diesmal startete ich ja von der Pole-Position. Doch ich hatte den Start vom ersten Rennen genau analysiert, mit Hilfe der Datenaufzeichnung und meiner Renningenieurin. Ich wusste also, was zu tun war und konzentrierte mich darauf.Mein Teamkollege startete diesmal als Zweiter und der Gewinner vom ersten Rennen auf P3. Ich musste also den Start unbedingt gewinnen, um wegfahren zu können.

Diesmal mit einem ganzen Frontflügel am Vorstart, konnte ich mich voll und ganz auf den Start konzentrieren. Ich kam sehr gut weg und behielt die Führung. In den ersten zwei Runden war mein Teamkollege sehr nahe und ich musste ein paar Mal Kamplinie fahren, aber danach konnte ich mich absetzten und meinen Rhythmus fahren. So fuhr ich jede Runde einige Meter heraus und hatte gegen Ende einen komfortablen Vorsprung. Als ich zwei Runden vor Schluss „Slow“ auf der Boxentafel sah, wusste ich, dass ich nicht mehr voll am Limit fahren muss und den Sieg nach Hause fahren kann.Der Jubel war riesig als ich über die Ziellinie fuhr! Nicht nur, weil ich mein erstes Rennen im Formel gewonnen hatte, sondern auch weil ich an diesem Tag alles besser gemacht hatte als am Vortag und mich sozusagen „revanchiert“ habe! Diesmal gab es bei der Siegerehrung auch noch eine Champagnerdusche, das war auch eine Premiere für mich.



Alles in Allem war es ein super Wochenende. Ein zweiter und ein erster Platz in den Rennen, vor vielen Zuschauern sowie eine Pole-Position und die Meisterschaftsführung! Jetzt gilt es, diese zu behalten. Am 1. und 2. Mai geht es schon weiter mit Rennen 3 und 4 auf dem Nürburgring! Ein weiterer F1-Grand-Prix-Kurs, auf dem ich allerdings noch nie gefahren bin. Die 3 Mal 30 Minuten Training werden also sehr wichtig sein.

Weitere Berichte gibt es auch noch auf http://www.speedweek.de/index.php?a=print&n=11475 und http://www.daltecracing.com/index.php?option=com_content&view=article&id=40:erfolgreicher-saison-start-daltec-racing&catid=2:2010

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Die Videos von den ersten zwei Rennen in Hockenheim (Zusammenfassungen mit Siegerehrung am Ende) können jetzt hier auf der Homepage und auf Youtube angeschaut werden!

Nach einem turbulenten ersten Rennen am Samstag wurde ich zweiter, im 2. Rennen am Sonntag konnte ich von der Pole Position aus meinen ersten Sieg einfahren! Alles in Allem ein grandioses Wochenende.

Ein persönlicher Bericht folgt noch. Die Berichte von der Organistaion sind schon online: http://formellistajunior.smk-net.de/website/news/20100418loformellistajuniorrennen2hockenheimdeutschland1842010.174.html.

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Roggwil

Vorbereitung auf die Saison 2010

Nachdem ich von meinem Amerika-Erlebnis zurück kam (Videodokumentation folgt noch), musste ich mir gleich nach der Ankunft Anfang Januar meine Weisheitszähne entfernen lassen. Ich habe mich entschieden, gleich alle vier heruszunehmen, damit ich möglichst bald wieder trainieren kann. Trotzdem hatte ich dann 6 Wochen Kontaktsport-Verbot und musste einige Tage Erschütterungen und einen hohen Puls meiden. Nach dieser Tortur ging dann aber das gewohnte Training wieder weiter, im Hinblick auf die kommende Saison etwas intensiver. Mit Joggen, Krafttraining, Kampfsport, Poweryoga, Squash, Fussball, Snowboarden und Kartfahren in der Indoorhalle in Roggwil (mit 250 ccm Viertaktmotoren) halte ich mich fit und versuche meine Leistungsfähigkeit zu steigern. Diese Saison will ich zuschlagen, und dabei ist der Fitnessfaktor natürlich sehr wichtig.

Nun geht es langsam los mit den Tests, d.h. ich werde in den nächsten Wochen wahrscheinlich viel unterwegs sein, da es noch viel vorzubereiten gibt. Die z.T. noch provisorischen Daten für die LO Formel Lista Meisterschaft sind mittlerweile draussen:

kalender
 

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